Herzlich Willkommen

Liebe Leser,
hier findet ihr Einträge rund um die Neumühle und NeuSehLand. Dieser Blog ist als virtuelles Tagebuch für alle gedacht, die das Zentrum bereits kennen, als Ergänzung zu unserem Newsletter.
Wer es aber noch nicht kennt, lese bitte den Text über diesem Willkommenstext und http://www.meditation-saar.de/ , sowie http://www.neusehland-saar.de/


Mittwoch, 17. Juni 2009

Hurra, wir sind in Urlaub

Liebe Leser, die nächsten zwei Wochen wind wir, d.h. die Familie Massa in Urlaub. Das Kind Neumühle hat sturmfreie Bude:)
Wir haben auch einen lieben Babysitter für das Zentrum gefunden und wir freuen uns auch wieder, zurückzukommen.
Da ich keinen Internetzugang haben werde. werde ich in dieser Zeit keine Einträge schreiben.
Aber dann.....um so mehr:)
Allen einen schönen Sommer mit viel Freude und Gottes Segen.

Marie-Gabriele Massa

Sonntag, 14. Juni 2009

Willigis Jäger zu Gast


Liebe - Urgrund allen Seins so lautete der Titel des heutigen Vortrages, zu dem rund 180 Menschen bunt gemischt im Alter aus nah und fern kamen. Die Mühle ist ja nun nicht klein, aber die Fotos zeigten, dass die Zuhörer ordentlich zusammenrücken mußten, dass alle Platz fanden.
Es ist 13 Uhr 15 und meine Tochter Mirjam und ich begrüßen freundlich Pater Willigis, der trotz langer Fahrt, großer Hitze und hohen Alters sehr fit aussieht und meine 1,5 Jahre alte Tochter anstrahlt. Sie strahlt zurück und breitet die Arme aus, freut sich, lacht mit all ihrer Liebe und Freude den betagten Mann an. Sie ist meistens freundlich aber dies wundert auch ihre Großmutter. Pater Willigis hat wirklich eine sehr angenehme Ausstrahlung auf Kinder. Als Mutter fühle ich mich sofort wohl.
Sogar während des Vortrages konnte ich weitgehend zuhören und Mirjam flüsterte leise, spielte leise, war vergnügt und umgänglich, die ganze Veranstaltung über und dise dauerte insgesamt immerhin über zwei Stunden (mit Pause in der Mitte). Leider konnte ich mit nur keine Notizen machen, gerne hätte ich nun hier zitiert.



Pater Willigis beleuchtete das Thema Liebe von vielen Seiten. Aus der christlichen Seite der Nächstenliebe, der fürsorglichen Liebe, die mystische Liebe und damit das Sein in der Gegenwart, das Eins-Sein in der großen Liebe, mit Gott, die Liebe in anderen Religionen und anderen Meditationstraditionen, die Liebe in der Naturwissenschaft, die Versuche anstellt, was passiert, wenn Liebe fehlt. Liebe ist der lebens-not-wendige Dünger des Lebens, der Entwicklung, des Wachstum, egal ob es sich um eine Pflanze, ein Tier oder um einen Mensch handelt. So nun meine etwas saloppe Ausdrucksweise. Bemerkenswert war, die Art und Weise, wie das Publikum da war, es gab weder Spannungen beim Parkplatzsuchen vor dem Vortrag, noch bei der Heimreise, auch in der Pause war die Athmorphäre ruhig und gelassen und das obwohl es sehr heiß und drückend war und viele Menschen in einem Raum gedrängt waren. Es war durchweg angenehm, was nicht selbstverständlich ist, aber zum Thema des Vortrages paßt.
Vor einigen Tagen kam eine Teilnehmerin extra zu uns ins Büro, um sich zu bedanken für die Liebe, die sie in der Neumühle in allen Ecken sieht. Sie sagte, vom Koch und Köchin über die Gestaltung der Aussenanlagen hin zu den Räumen und ihrer Ausstrahlung, überall leuchtet es von Liebe und das ist bemerkenswert wohltuend, sagte sie. Auch der Vortrag war durchdrungen von Liebe, Liebe im Sinne, hingebungsvoller Aufmerksamkeit und Bejahen des Lebens, auch der so genannten Schattenseiten. Ich fand schön, wie Pater Willigis das Scheitern als Geschenke betitelte, die uns weiterbringen, an denen wir wachsen und reifen und unsere Liebe dem Leben gegenüber reift. Ich fühlte mich auch in der Schlussmeditation, einer Stille meditation sehr zuhause. Ich merke, da kann ich mitgehen, die Stille erleben, erfühlen, lauschen, das ist eine Form der Meditation, die ich verinnerlicht habe und mir gut tut.
Welch ein Wochenende, satt, zurfrieden und erfüllt, bereichert und in mir ruhend kann ich nun so gestärkt in den Alltag gehen und viele Erkenntnisse wirken lassen. Hoffentlich schaffe ich es, sich in mir wach und präsent zu halten(?). Allen, die da waren an diesem Wochenende möchte ich sagen: schön, dass ihr da ward und wir dies miteinander erlebt haben. Die Neumühle ist wirklich ein Ort der Ruhe, des Miteinanders, der Wandlung und der Kraft.

Entspannende Psychohygiene - Eutonie

Welch ein Wochenende! Ich schreibe zwei Blogbeiträge über dieses Wochenende. Sie sind zwar zwei verschiedene Themen, hängen aber miteinander sowohl inhaltlich zusammen, als auch durch mich, weil ich sie beide erlebt habe und ganz erfüllt davon bin: der Eutonie-Intensiv-Kurs bei Eleonore Massa, meiner Mutter (siehe 2.Foto) und der Vortrag: Liebe - Urgrund allen Seins von Willigis Jäger heute.

Eutonie-Intensiv. Eutonie ist nicht so schlagwortartig bekannt wie Yoga, obwohl bei Yoga alle eine Vorstellung haben und nur die Wenigsten eine Wirkliche:) Gut, aber bei Eutonie gibt es noch weniger Menschen, die eine Ahnung haben, was das ist und es noch eher diesen Begriff mit Euthanasie verwechseln, was ja ganz schrecklich ist. Weniger schlimm ist da die Verwechslung mit Eurhythmie, womit es aber auch nichts zu tun hat. Eutonie - ich würde es mal wieder auf Neue nach diesem Wochenende- eine Methode der körperzentrierten Psychohygiene nennen - wurde von der Rhythmikerin Gerda Alexander in den 30ern entwickelt. Ausgehend von sehr einfachen, sehr langsamen Bewegungen wird der Körper in sein Lot gebracht, besser gesagt, der Körper bringt sich selbst in sein Lot. Ich will hier keinen Aufsatz über Eutonie halten. Ihr Leser müßt Euch also nun mit dieser sehr knappen Begriffserklärung zufrieden geben. Eutonie muss man erfahren, es nützt nichts darüber zu lesen, es ist in der Eutonie wie im Tanz oder wie in der Musik. Was nützt es mir Rezensionen durchzulesen, dies ersetzt nicht die Erfahrung des Tanzes oder das Erleben der Musik.
Wieder einmal haben wir viele Übungen in aller Langsamkeit und Achtsamkeit geübt und wir sind durch einige Prozesse innerlich gegangen, mit dem Erfolg innerlich geordnet und freier zu sein. Das Ergebnis in der Eutonie ist bei mir immer, dass ich mich selbst mag. Jeder weiß, dass es nicht so leicht ist, sich selbst zu mögen. Jeder weiß auch, wie wichtig es aber auch ist, sich selbst zu mögen. Eine innere Grundzufriedenheit mit sich, mit den anderen, mit dem Leben macht sich breit und das ist ein großes Geschenk. Die Gesichter der anderen Teilnehmer wurden auch immer gelöster, freier und entspannter, in sich ruhend, einige, auch ich, konnten besser sehen, nach den Übungen und jeder Brillenträger wie ich freut sich über solchen Erfolg. Wer sich für einen Eutoniekurs interessiert, schaue mal unter www.meditation-saar.de rein, es gibt viele Kurse dieses Jahr und auch nächstes Jahr gibt es wieder eine Trilogie an Eutonie-Intensiv-Kurs.

Mittwoch, 10. Juni 2009

Aus dem Tagebuch der Anne Frank

Wort und Musik - Lesung aus dem Tagebuch der Anne Frank
Banner Anne Frank-Ausstellung, Merzig
Am vergangenen Freitag fand in unserer traditionsreichen Meditationshalle eine musikalische Lesung statt. Sie war Teil des Begleitprogramms der Anne Frank Ausstellung in der Stadthalle Merzig, welche von der Anne Frank Stiftung, der Aktion 3.Welt Saar und der christlichen Erwachsenen Bildung (CEB) Merzig veranstaltet wird. Die Neumühle ist ein Ort, der alle Menschen einlädt, gleich welcher Religion und ethnischer Herkunft, wichtig ist hier nur, dass die Menschen, die kommen andere ebenso wertschätzen. In dieser Gesinnung ist es uns ein Anliegen gewesen, einen Beitrag zur Ausstellung über Anne Frank zu leisten.



Jutta Hans, Mitarbeiterin im SR und in ihrer Freizeit Sängerin und Sprecherin las aus dem Tagebuch der Anne Frank. Sie wurde musikalisch begleitet von Klezmer-Improvisationen des Klarinettisten Helmut Eisel, der nicht nur im Saarland, sondern auch international als renommierter Klezmer-Musiker gilt. Als roten Faden wählte Frau Hans führ die Lesung die Tagebucheintragungen für Peter, der mit im Hinterhaus versteckt war und in den sie sehr verliebt war. Der Fokus auf diese Liebesgeschichte warf neue Gedanken auf, erschuf ein weiteres Bild zur Person Anne Frank. Es war sowohl erheiternd und amüsant, wie tiefsinnig. Der menschenverachtende Hintergrund der Naziunterdrückung und -verfolung lag dennoch wie ein schwerer Schatten auf allem, was aus dem Tagebuch gelesen wurde. Mit diesem Hintergrund berührte es natürlich um so mehr, wenn Anne Frank über das Glück schreibt. Dies zeugt, welch reife Persönlichkeit diese junge Frau war. Ein Vorbild für jeden Menschen, gleich welchen Alters. So schreibt sie:
"P.S. Gedanken: An Peter

Wir vermissen hier viel, sehr viel, und auch schon lange. Ich vermisse es auch, genau wie du. Du musst nicht denken, dass ich von äußerlichen Dingen spreche, damit sind wir hier hervorragend versorgt. Nein, ich meine die inneren Dinge. Ich sehne mich, genauso wie du, nach Freiheit und Luft, aber ich glaube, dass wir für diese Entbehrungen reichlich Entschädigung bekommen haben. Ich meine innere Entschädigung. Als ic hheute Morgen vor dem Fenster saß und Gott und die Natur genau und gut betrachtete, war ich glücklich, nichts anderes als glücklich. Und, Peter, solange es dieses innere Glück gibt, das Glück über Natur, Gesundheit und noch sehr viel mehr, solange man das in sich trägt, wird man immer wieder glücklich werden.Reichtum, Ansehen, alles kann man verlieren, aber das Glück im eigenen Herzen kann nur verschleiert werden und wird dich, solange du lebst, immer wieder glücklich machen."
Leider wurde die Veranstaltung trotz großer Werbung schlecht besucht. Vielleicht lag es am Termin, vielleicht an Übersättigung oder Gleichgültigkeit des Publikums. Dennoch wurden die Zuhörer, die gekommen waren reich an Eindrücken, Gedanken und Musik vom Feinsten beschenkt und waren tief bewegt. Helmut Eisel verstand es, die Worte von Anne Frank musikalisch zu beantworten, zu vertiefen, ihnen nach zu empfinden, nach zu hören und die nächsten Worte vorzubereiten. Während der Musik konnte man die Worte sacken lassen und sie so tiefer in sich aufnehmen. Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung.
Weiteres unter: http://www.annefrankblog.de/





Montag, 1. Juni 2009

Pfingsten - Fremde verstehen


Dieses Jahr war Pfingsten in der Neumühle völlig ungewöhnlich. Die Pfingstagung fiel leider aus. Die Kehrseite wahr ein Wochenende voller Ruhe, Meditation und Einkehr - auch sehr pfingstlich. Wir machten einen Ausflug nach Metz, um dort in der Kathetrale zu sein und die Chagallfenster wiederzusehen. Sie bewegen etwas in der Seele, sie sind zart und kräftig zugleich. Man sieht sie gerne lange an. Auch Mirjam war mit ihren 1,5 Jahren begeistert von den vielen bunten, lebensfrohen Farben.


Pfingsten ist das Fest, an dem viele, verschiedene Völker plötzlich einander verstanden, plötzlich die gleiche Sprache redeten. Ist das nicht wunder-bar? Heute habe ich die Anne Frank Ausstellung besucht und wie immer, wenn ich mich mit dem Nationalsozialismus beschäftige, kommt in mir der Satz hoch "So etwas darf nie wieder geschehen". Doch im Großen und Kleinen tut es das doch, in viele Völkern geschehen ähnliche Dinge und auch bei uns gibt es Nährboden dieser Gesinnung, gerade in der Weltwirtschaftskrise, die ja damals Mitverursacher war, dass solch mörderischen und menschenverachtenden Gedanken überhaupt stark werden konnten.


Ich gehöre zu keiner Pfingstkirche, aber Pfingsten als ein Fest, welches den Fremden zum Freund macht, möchte ich gerne auf das ganze Jahr ausweiten. Es mir selbst zur Aufgabe geben, die Sprache anderer besser zu verstehen, das Fremde kennenzulernen, um in Freundschaft und Wohlwollen miteinander zu leben.










Zum Marienmonat und zu Pfingsten

Der Mai verabschiedet sich... Wer kennt noch den Maialtar und die Marienverehrung in diesem Monat? Ich denke sehr gerne an die wunderschönen, prächtigen Maialtäre meiner Kindheit zurück, die ich emsig gepflegt und immer mit frischen Blumen bestückt habe.
Dieses Jahr hat mich ein Hymnus besonders berührt, der zwar kein christlicher Text ist und nicht Maria als solche verehrt, aber die Mutter. Es ist ein Text aus der Tradition des kashmirischen Shivaismus, eine Tradition des Hinduismus. Im Text wird Shakti verehrt, der weibliche Aspekt Gottes. Shakti ist die Energie, die alles durchflutet. Es heißt in einem anderen Text, Shiva ist die Flamme und Shakti dessen Leuchtkraft, das Feuer, Shiva und Shakti sind untrennbar. Shakti ist für mich der heilige Geist, der untrennbar in Christus lebt, das Leben insgesamt durchleuchtet und den wir besonders zu Pfingsten verehren und uns seiner Existenz gewahr werden. Daher paßt dieser Text wunderbar in diese Tage, finde ich.

O Mutter! Wer singt nicht Dein Lob, da doch Dein Leib aus allen Worten besteht? In allen Formen, gedanklichen oder äußeren Dingen, finde ich meine Verbindung mit Dir.

Wenn ich so denke, O Gnadenvolle, die alles Unheil zum Frieden bringt, so gibt es in dieser Welt keinen Augenblick, der nicht spontan erfüllt wäre von Deinem Lob, von Gebet und Verehrung und Meditation über Dich." (aus: Abhinavagupta, Wege ins Licht, Bettina Bäumer, Benzinger Zürich, 1992)