Herzlich Willkommen

Liebe Leser,
hier findet ihr Einträge rund um die Neumühle und NeuSehLand. Dieser Blog ist als virtuelles Tagebuch für alle gedacht, die das Zentrum bereits kennen, als Ergänzung zu unserem Newsletter.
Wer es aber noch nicht kennt, lese bitte den Text über diesem Willkommenstext und http://www.meditation-saar.de/ , sowie http://www.neusehland-saar.de/


Montag, 13. April 2009

Ostern


Gründonnerstag: das Ritual der Fußwaschung. Eine Handlung voller Mitmenschlichkeit, Wärme, Mitgefühl, voller Demut und Hingabe, ein Geschenk von Mensch zu Mensch.
Karfreitag: Eintauchen in die Trauer, in das Vergehen, der Tod ist präsent, das Sterben, Dunkelheit, Stille.
Karsamstag: Die Vorfreude auf das Osterfeuer wächst. Da Osterfeuer bringt in die dunkle Nacht des Todes Licht, das ihn transzendiert. Licht, das den Tod besieht...."und denen im Grabe das Leben gegeben". Das Halleluja in der Osternacht, erleuchtet durch die vielen Kerzen, in die jeder sein Wesen in Wachs in vielen Farben festgehalten hat. Das Osterwasser, sprudelnd, spritzig, kühl und beruhigend. Das Lachen der Kinderaugen, selbst in alten Gesichtern.
CHRISTUS IST AUFERSTANDEN! ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN.
Ostersonntag: müde nach der langen Feiernacht, die kindliche Freude über die vielen bunten Ostereier, die überall zu finden sind, vom Osterhasen versteckt.

Ostern

Einkehr, Durchgang, durch Höhen und Tiefen hin in ein Leben der Freude, ein Leben neu und tief.

Mittwoch, 8. April 2009

Musik, Ostern und Frühlingsgrün


Während draußen in der Natur die Gräser sprießen, die Blumen blühen und die Schmetterlinge zum Frühlingsgezwitscher der Vögel tanzen, sind drinnen die Mühlenräume mit Musik erfüllt. Am vergangenen Sonntag hatte die deutsch-amerikanische Sängerin Angelika Schäfer aus Kalifornien ein Konzert, welches wirklich die Seelen der Zuhörer berührte und eine ganz besondere Athmosphäre der inneren Heilung schuf. Es war eine heilige Stimmung, andächtig und gerührt sang das Publikum teilweise mit. Ein schönes Geschenk zum Palmsonntag.

Am kommenden Sonntag, dem Ostersonntag hält der Flötist und Komponist Helge Burggrabe aus Hamburg ein abwechslungsreiches Konzert bei uns. Um 17 Uhr wird es beginnen. Ich kann es nur jedem empfehlen, es sich zu gönnen. Helge spielt sowohl auf der Bass-Flöge bis hin zur Piccoloflöte klassische Stücke aus verschiedenen Epochen, vom Barock bis hin zur Gegenwart und wird auch hin und wieder improvisieren und uns mit Lyrik bereichern.

So ist die Karwoche feierlich eingerahmt mit Konzerten, die die Herzen schwingen und sie singen lassen: Frohe Ostern! Halleluja!

Freitag, 3. April 2009

Lämmchen purzeln in die Frühlingsluft


Am letzten Sonntag wurden die ersten Lämmchen für dieses Jahr geboren. Unser Schaf mit dem Namen Schätzchen, was wir vor zwei Jahren mit der Flasche groß gezogen hatten, bekam nun seine ersten Kleinen, gleich ein Zwillingspaar. Eines etwas kleiner, dafür flinker und ein Größeres. Doch richtig groß waren sie zu Anfang nicht. Beide waren sehr klein, aber dank der guten reichhaltigen Muttermilch wachsen sie jeden Tag ganz kräftig.
Das Erste wurde in ein kleines Bächlein geboren, aus dem es sich herausschaffen mußte. Innerhalb der ersten zehn Minuten konnte es laufen und sich aus dem kalten Naß selbst befreien. Plötzlich purzelte das Geschwisterchen heraus, überschlug sich am Abhang und blieb auf halben Wege liegen, zwei Beine befreiten sich aus der schützenden Hülle und wir hörten ein helles "Määää". Sofort lief das Muttertier aufgeregt zwischen beiden Lämmern hin und her und leckte beiden eifrig trocken. Nach kurzer Zeit, konnte das Zweite auch schon stehen und erprobte seine stacksigen Beinchen. Es war ein sehr berührender Moment, ich war voller Dankbarkeit, bei der Geburt dabei sein zu dürfen. Normalerweise lammen unsere Schafe immer so, dass niemand zuschaut. Geburtshilfe braucht auch niemand zu leisten, das bekommen sie alle selber hin. Ein Wunder des Lebens, so klein und hilflos, aber wie schnell geht es weiter, wie schnell können sie laufen, trinken und heute hüpften die beiden bereits in der Frühlingssonne, machten lustige Bocksprünge und schon die ersten kleinen Kämpfchen.
In der hellen, warmen Sonne wurde heute auch wieder ein Schaf geboren, fast doppelt so groß wie die zwei Kleinen, ein wunderschönes Tier. Die nächsten Tage werde die anderen kommen, wir erwarten noch 4-6 weitere Lämmchen. Sie kommen pünktlich zu Ostern. Aber wer sich nun auf ein Osterlamm freut, muss sich selbst eines aus Kuchenteig backen, denn unsere Lämmer werden nun erst einmal groß und genießen das Leben auf unseren Weiden.

Freitag, 27. März 2009

Wie halte ich einen lebendigen Vortrag?

Hallo, dein Körper spricht mit!
Am kommenden Sonntag, den 29.März hält meine Künstlerfreundin Petra Kopf an unserem Mühlensonntag einen Vortrag. "Die Sprache des Körpers" wird von ihr erläutert. Sie nähert sich, anders als Kuby nicht von der medizinischen-psychichen Seite an das Thema, sondern von der Künstlerischen. Als Schauspielerin und Tanztherapeutin gibt sie Einblicke in die Körpersprache, den Ausdruck und wie man das Potenial des Körpers nutzen kann, um Vorträge lebendig zu gestalten.
Der Mühlensonntag ist ein monatliches Angebot, mit Liturgie um 11.30 Uhr, Mittagessen um 12.30 Uhr Vortrag um 15 Uhr. Man kann an allem teilnehmen oder nur eines besuchen, dies bleibt jedem völlig frei überlassen.
Wer zum Mittagessen kommen möchte, sollte sich aber telefonisch anmelden: 06868/910324

Clemens Kuby zu Gast


In einer Stunde kommt der bekannte Filmregisseur und Kursleiter Clemens Kuby in Merzig mit dem Zug an. Als Mitbegründer der "Grünen" fährt er stets mit dem Zug von München ins Saarland. Ich freue mich immer sehr, wenn Clemens der Neumühle einen Besuch abstattet, denn er ist ein Mensch, der immer viel zu erzählen hat. Man kann ihm stundenlang zuhören. So geht es wohl vielen Menschen, denn seine Vorträge und Kurse sind immer gut besucht.
An diesem Wochenende hält er ein Seminar zum Thema Selbstheilung.
Der großes, geräumige Saal der Mühle wird dabei in eine kleine Akademie verwandelt, Unterlagen ausgeteilt und bearbeitet. Auf der intensiven Suche nach einer guten Kommunikation mit dem Körper sind die Kursteilnehmer für diese Zeit. Was will mein Körper mir mitteilen? Wie kann ich auf ihn hören? "In jedem Schmerz steckt eine Botschaft", so Clemens Kuby. Man kann aus ihr lernen und in seiner Entwicklung wachsen.

Montag, 23. März 2009

Ein Appell an unsere Menschlichkeit

TrauerGedanken zum tragischen Vorfall in Winnenden.
In den letzten Wochen war das tragische Ereignis von Winnenden in aller Munde, in allen Zeitungen, in allen Radiosendungen, im Fernsehen, im Internet, zu jeder Zeit, überall. Und nund schreibe ich auch noch ein paar Zeilen dazu. Darf ich das? Sollte ich lieber schweigen. Aber Schweigen kann Todschweigen sein, wir Menschen schweigen oftmals viel zu viel.
Seit vergangenen Samstag, nach der Trauerfeier ist plötzlich mehr Ruhe um diesen Vorfall. Nach dem reißerischen Gebaren der Medien Stille. Eine Stille, die darauf wartet, dass die nächste Katastrophe geschieht, über die dann wieder überall berichtet werden kann, in allen Einzelheiten.

Worte können die Trauer und den Schmerz nicht fassen, die der Amoklauf des 17-jährigen jungen Mannes mit sich brachte. Viele Stimmen waren zu hören, die sagten "Jugend von heute!" Gab es diesen Ausspruch nicht schon immer? Und gab es das Phänomen dieser Verzweiflungshandlung, die wir Amok nennen nicht auch schon seit dem es Menschen gibt?
Ich will in keinster Weise diese Handlung relativeren. Ich will nur ein bisschen gegen diese popularistisch, hysterischen Stimmen sprechen und vor allem hinterfragen, wie man solche Handlungen verhindern kann. Gibt es nicht überall Menschen, in der Schule, im Büro, im Geschäft usw. die derart gemobbt werden, dass sie beinahe Amok liefen? Gibt es nicht überall Menschen, die von anderen jahrelang erniedrigt und diskriminiert werden, denen psychischen Grausamkeit angetan wird?
Ich frage mich, wo kann ich aufmerksamer sein, um zu merken, wenn ich einen Menschen erniedrige, schneide und nicht wirklich anerkenne.
Wo muss ich mich einmischen, wenn ich sehe, dass ein Mensch von anderen psychisch oder auch körperlich misshandelt wird. Es gibt so viele kleine und große Grausamkeiten, täglich und im Grunde überall.
Wie kann jeder Einzelne von uns das Leben so gestalten, dass es menschlicher und wärmer ist?
Soziale Wärme und Anerkennung braucht jeder Mensch, darin sind wir alle gleich. Die Warung unserer Würde ist im Grundgesetz verankert. Laßt uns also daran arbeiten, sie auch in den Alltag zu verankern.
Daher sehe ich auch meine Arbeit im Kinder-und Jugendprojekt NeuSehLand wichtig und sinnvoll an. Wenn solche Katastrophen geschehen, bin ich erst einmal sprachlos, fassungslos und wie gelähmt. Angesichts der Schrecklichkeit erscheint dann solch ein Projekt wie NeuSehLand als lächerlich. Aber nein, viele kleine Tropfen auf den heißen Stein bewirken eben doch etwas. Davon bin ich überzeugt. Und deswegen ist die Arbeit an der eigenen Menschlichkeit so wichtig und ebenso auch die Angebote, die wir in NeuSehLand den Familien, Kindern und Jugendlichen machen. Denn alle haben zum Ziel, die wunderbare Originalität, Kreativität des Einzelnen zu fordern und zu fördern und ein warmes Miteinander zu unterstützen.

Auf dass wir gemeinsam eine Welt kreieren, die warm ist und in der sich alle Menschen geborgen und aufgehoben fühlen können und kranke Menschen ein Milieu der sozialen Heilung erleben dürfen.

Sonntag, 15. März 2009

Vom Platten legen, Putzen und Meditieren


Die Geschichte vom 11.März 1983,der Geburtsstunde der Neumühle.
Das heutige europäische Meditationszentrum Neumühle http://www.meditation-saar.de im Saarland blickt auf eine lange, ereignisreiche Zeit zurück. Im Jahr 2010 wird das 35.Jubiläum gefeiert.
Begonnen hatte die Arbeit damals in Tholey, im nördlichen Saarland und wurde dann in der alten Mühle, der Neumühle weitergeführt. Nach zwei Jahren der Renovierungsarbeiten war es dann soweit.....Vergangene Woche, am 11. März haben wir besonders an den berühmten 11.März von damals gedacht, an dem der erste Kurs begann und das Seminarhaus eröffnet wurde.

In der alten Scheune arbeiteten die Handwerker seit Wochen in großer Eile, das Dach mußte sarniert werden, die Wände gestrichen, die Meditationsbänke montiert und die Platten verlegt werden und vieles mehr. Nur noch wenige Tage waren es bis zum Start des ersten Meditationskurses mit Fasten und Eutonie. Mit zwei Räumen sollte das Zentrum eröffnet werden: der Küche, die für das leibliche Wohl sorgte und dem Meditationsraum, in dem das seelische Wohl gepflegt werden konnte.

Am Tage des Kurses arbeitete der Plattenleger vom frühen Morgen an. Als er die letzte Platte verlegt hatte, ging die Tür auf. Eleonore und Willi Massa kamen herein (Begründer des Meditationszentrum gemeinsam mit dem Verein Exertitium Humanum e.V.) und Kursleiter.
Eleonore: "Willi, nun müssen wir nur noch schnell durchputzen und das Seminar kann beginnen, die Leute sind schon fast alle da". Die beiden hatten viele schlaflose Nächte hinter sich, in denen die Planung der Renovierung und die der Kurse zwischen Kopf und Herz hin und herwanderte. Sie hatten immer wieder Gottvertrauen aufbringen müssen, um das Unmögliche möglich zu machen und waren mit der Hilfe vieler Freunde und des Vereins nun endlich an einem Ziel angelangt.
Schnell schwangen sie die Putztücher, liefen in die Wohnung, zogen ihre Blaumänner aus (saarländisch: Schaffanzug) und die Kurskleidung an und begrüßten die Teilnehmer zum ersten Kurs.
Willi und Eleonore Massa sind nicht nur die Leitung des Zentrums, sondern auch meine Eltern. In den folgenden Jahren war ihre Lieblingskleidung weiterhin der Blaumann und ihre Lieblingsarbeit die Meditation. Der Wechsel zwischen Bauarbeiten und Meditation war ihr Alltag und auch meine Spielwiese als Kind. Eine spannende Kindheit voller Abendteuer.
Wenn ich an diese Pionierzeit denke, steigt in mir große Erfurcht auf. Was war alles erreicht worden? Eine Oase der Stille, eine Oase des Herzens aus einer alten Ruine in einem kleinen Tal im Merziger Landkreis. Ein Ort, an dem viele, viele Menschen mitgeholfen haben und es noch immer tun, ein Ort, der für viele eine innere Heimat wurde und der vielen Menschen geholfen hat, in ihr eigenes Herz zurück zu finden.