Herzlich Willkommen

Liebe Leser,
hier findet ihr Einträge rund um die Neumühle und NeuSehLand. Dieser Blog ist als virtuelles Tagebuch für alle gedacht, die das Zentrum bereits kennen, als Ergänzung zu unserem Newsletter.
Wer es aber noch nicht kennt, lese bitte den Text über diesem Willkommenstext und http://www.meditation-saar.de/ , sowie http://www.neusehland-saar.de/


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Freitag, 13. August 2010

Gedanken über den Tod


Die letzte Woche war in meinem Leben der Tod sehr präsent. Angefangen mit dem Tod von Anne Kann, einer Eutonieschülerin meiner Mutter, die über viele Jahre hinweg in der Neumühle zu Gast war und mit der ich mal mehr, mal weniger Kontakt hatte, dann der Tod zweier schöner Singvögel, die wir im Familienkurs mit einem Ritual gemeinsam im Wald der Erde übergaben bis hin zum Tod von Gerald Steinke (siehe Foto), einem Naikanlehrer, einer der prägensten westlichen Naikanlehrer, von dem ich in meiner Teeniezeit als jüngste Naikanschülerin viel lernen durfte.
Wir alle in der Neumühle, die Gerald kannten waren sehr bestürzt über seinen Tod, hatten wir zuvor nichts mitbekommen und es auch nur zufällig über eine email erfahren.
Der Tod berührt mich doch jedes Mal sehr tief, macht mich traurig und wehmütig, vor allem wenn Menschen unerwartet aus dem Leben verschwinden. Es ist mir, als ob der Tod diese Menschen einfach wegschluckt. Gerade noch da, plötzlich weg, unwiederbringlich, end-gültig. Auf der anderen Seite ist der Tod für mich reines Licht, was die Wesen heimholt in die große weite der Unendlichkeit, aus der wir alle kommen. Es ist etwas versöhnliches, auch wenn ich mir nun vorstelle, dass Gerald und mein Vater nun gemeinsam "auf der Himmelswiese" philosophierend spazieren können:) Eine kindliche Vorstellung, wer weiß, wie es wirklich ist, wenn der Tod kommt, wer weiß, ob es eine Reise gibt, einen Himmel und wie das Dasein dann ist? Wer weiß es denn wirklich? Jeder hat seinen Tod, sein Dasein, vielleicht gibt es gar nicht DEN Tod und DEN Himmel? Fragen über Fragen, die mir niemand beantworten kann, es gibt dafür keine Antwort. Aber die Fragen sind es, die unser Leben öffnen, um es ganz in uns aufnehmen zu können, damit wir leben, intensiv leben bis der Tod uns in eine andere Lebensform zurückholt.

Sonntag, 18. April 2010

Nachruf



Ich bin betroffen und trage den Schmerz des Abschieds in mir als ich an Ostern in einer Mail lese: our mangala tiwari (our mother) passed away. Meine Lehrerin im indischen Gesang, die mich viele Monate in Varanasi, unterrichtete verstarb am 1.April an Krebs. Sie war so kräftig und willensstark. So mutig, und dennoch schaffte sie es nicht. Ich weine, weil ich ihre wunderbare Stimme nicht mehr hören werde, nur in meinem inneren Ohr, in meinem Inneren und auf den Aufnahmen, die ich von ihr habe. Sie hat meine Seele berührt, sobald sie sang. Ihre Stimme hat vür mich das ganze Universum in den Raum und in mein Herz gebracht. In ihre Stimme versunken konnte ich so viel, viel über Gesang lernen. Habe so viel spaß und Freude an der Musik gehabt und an der Meditation in der Musik. Von ihr unterrichtet zu werden war auch nicht immer leicht, wie das so oft ist zwischen Gesangslehrerin und Schülerin, aber es war eine große Ehre und Gnade. Ihr zu Ehren und mir zu Freude werde ich immer und immer wieder singen und alles, was ich von ihr lernen durfte praktizieren. Mangala Tiwari war Sängerin im Stil des Khajal, einem der großen nordindischen Gesangsstile. Sie gehörte zu einer großen Musik-Gharana an, einer Musikerfamilie, von ihrem Großvater hat sie viel gelernt und von vielen anderen Lehrern. Sie hatte nicht das Glück, ein großes Coming out zu haben, das ist schade. Vielleicht wird sie im Nachhinein doch noch mehr gehört.
An Ostern war das Thema Tod so präsent, Mangala starb, ein Hund starb, den wir auf einem Spaziergang trafen und zwei Minuten später lag er tod da, ein Lämmchen kam tod zur Welt. Der Tod war präsenter als sonst, aber eigentlich ist er immer und überall. Solche Ergeignisse machen dies nur etwas bewußter.
So werde ich singen, so viel ich kann.

Montag, 5. April 2010

Christus ist auferstanden!


ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!

Diese Botschaft ist so unglaublich wie wunderbar. Das Licht besiegt den Tod, das Leben geht transzendiert auf einer anderen, lichtvolleren Stufe weiter. Trost und Freude, Heiterkeit und pure Lebensfreude empfinde ich jedes Jahr an Ostern.
Möge das Licht uns alle ergreifen und durchdringen, auf dass wir leuchtend und glücklich einander begegnen.
FROHE OSTERN!

PS.: Auch bei unseren Schafen gab es zu Ostern Tod und Geburt. Es kamen bisher noch weitere drei kleine, gesunde Lämmchen und am Ostersonntag leider auch eine Todgeburt, es war zu klein, zu schwach und war tod, als ich es auf der Wiese fand. Tod und Leben sind eins. Leben kann nur da wirklich lebendig sein, wenn wir uns der Allgegenwärtigkeit des Todes bewußt sind. Je mehr Leben ich an mich heranlasse, um so mehr Tod. Je weniger Leben, desto weniger lebe ich bereits im Leben. Welche Wahl habe ich also?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Unser kleiner Bock Mustang Moritz

Im Frühjahr 2009 habe ich von dem kleinen lämmchen Mustang Moirtz geschrieben, den wir mit der Flasche groß ziehen und im Herbst über meine Freude geschrieben, dass wir einen Käufer zur Zucht für ihn gefunden haben und ihn daher nicht schlachten müssen. Der Käufer hatte ihn noch nicht abholen können. Nun ist er tot. Er hat den Winter nicht verkraftet, hatte Durchfall, das ist bei diesen Witterungen ein schnelles Todesurteil. Der Tierarzt war zwar einige Male da, und vorgestern hat er gieirg aus meinen Händen gefressen, was er zuvor nicht mehr gemacht hatte. Und dennoch, er hatte keine Kraft mehr. Wo mag er jetzt wohl sein? Sein Körper mußte zum Abdecker, der eckligste Ort. Ich möchte hier an ihn denken, an unser kleines Böckchen, auf den wir so stolz waren, weil er so groß, so kräftigt, so pfiffig war. Den wir mit alle unserer Liebe großgezogen haben. Die anderen Schafe, die wir groß gezogen haben: Schätzchen und Lotti sind weiterhin stark und gesund, beides trächtige Muttertiere, die im Frühling wunderschöne Lämmchen zur Welt bringen werden. Wer das Leben an sich heran läßt, läßt auch den Tod in sein Leben.
Auf dem Foto ist Mustang in der Mitte, letzte Woche noch habe ich es aufgenommen.

Montag, 14. September 2009

Trauer, Tod und Weiterleben

Am Samstag, den 12. September war eine Trauer-Gruppe aus Luxemburg da. Michael Kunze, Freund der Neumühle und von mir und Mirjam, sowie nun hauptberuflich Krankenhausseelsorger leitete die Gruppe von Trauernden der Hospizorganisation Omega90. Alle Teilnehmer haben einen geliebten Menschen kürzlich verlorgen und treffen sich wöchentlich, um sich gegenseitig zu stützen. Am Samstag kamen alle als Gastgruppe in die Neumühle, um zu meditieren, sich auszutauschen, gut zu essen und Eutonie mit meiner Mutter Eleonore Massa zu machen. Von der Eutonie waren alle sehr angetan, gebenso von der Gründergeschichte der Neumühle, die meine Mutter erzählte. Viele waren sehr ergriffen und hatten Tränen in den Augen, besonders als von meinem verstorbenen Vater die Rede war. Wer Leid erfahren hat, der kann auch mit anderen mitfühlen. Das ist ein Trost, auch für mich, die auch einiges an Trauer zu bewältigen hat. Trauer gehört zum Leben dazu, ist aber ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft. Wer trauert, wird oft gemieden und ausgegrenzt, denn die anderen fühlen sich verunsichert, wie sie mit einem umgehen sollen. Glücklichsein ist das Ziel und die Literatur ist voll von Rezepten zum Glücklichsein, gerde die letzten Monate springt es mir überall ins Auge. Darf man denn gar nicht traurig sein? Muss man immer glücklich sein? Aus der Sicht der Gehirnforschung können wir nicht immer glücklich sein, sondern brauchen viel eher den Wechsel zwischen Hoch und Tief. Also brauche ich vielleicht die Trauer, um glücklich sein zu können? Auf jeden Fall bin ich ein Mensch, der sich eingesteht, auch trauern zu müssen und der zugleich auch sehr, sehr glücklich sein kann.